Berufshaftpflicht: Hebammen rufen zur Teilnahme an E-Petition auf
Deutschlands freiberuflich tätige Hebammen stehen vor einem großen Problem: Ihre berufliche Existenz gilt als gefährdet, weil die Beiträge der zwingend erforderlichen Berufshaftpflichtversicherung enorm in die Höhe geklettert sind. Schon jetzt lohnt es sich für etliche Hebammen nicht mehr, ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen – und in Zukunft ist mit weiterhin steigenden Versicherungsbeiträgen zu rechnen.
Diese Informationen dürfte für Nachrichteninteressierte nicht neu sein: Bereits in der vergangenen Woche zog sie jede Menge Aufmerksamkeit auf sich. Der deutsche Hebammenverband hat den kleinen Medienrummel genutzt und zu einer Aktion aufgerufen. Vor zwei Tagen, am internationalen Hebammentag, wurde ein Aufruf gestartet: Hebammen und deren Unterstützer sollen sich an einer sogenannten E-Petition beteiligen.
Eine E-Petition gibt dem Volk die Möglichkeit, Politiker auf ein Thema aufmerksam zu machen und Einfluss auf eine entsprechende Gesetzgebung zu nehmen. Bis Mitte Juni müssen nun mindestens 50.000 Unterschriften gesammelt werden, damit sich der deutsche Bundestag dem Thema annimmt. Ob ausreichend viele Stimmen zusammenkommen und wie man in den Reihen der Politik zu diesem Thema eingestellt ist, lässt sich derzeit nur äußerst schwierig sagen. Deshalb bleibt vorerst keine andere Möglichkeit als diese Entwicklung abzuwarten.
Im Übrigen sind Hebammen längst nicht die einzigen, die eine entsprechende Versicherung abschließen müssen. Berufshaftpflichtversicherungen sind heutzutage in mehreren Bereichen vorgeschrieben. Aufgrund anderer Rahmenbedingungen und Risiken sind die Beiträge jedoch längst nicht immer so hoch bemessen. Eine Ausnahme bilden beispielsweise Notare und Rechtsanwälte, die teilweise noch höhere Beiträge entrichten müssen. Doch aufgrund besserer Einkommen stellt dies für die Betroffenen ein weniger großes Problem dar.

