Gesundheitsreform verteuert Haftpflichtversicherungen

Schon seit Jahren hat die gesetzliche Krankenversicherung mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen. Die Krankenkassen fahren zunehmend höhere Verluste ein, die es letztlich zu kompensieren gilt. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan: Die Politiker können nicht ständig an der Beitragsschraube drehen. Zwar ist davon auszugehen, dass der Beitragssatz zu Beginn des kommenden Jahres angehoben wird, jedoch wird diese Maßnahme nicht ausreichen, um den Anstieg der Kosten abzufedern.

Im Endeffekt bleibt den Politikern keine andere Wahl als die Leistungen einzuschränken. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind im sogenannten Leistungskatalog geregelt. Wie die „Welt Online“ in der vergangenen Woche berichtete, ist mit einer Kürzung des Katalogumfangs zu rechnen. Eines der Kernthemen, über das im Zusammenhang mit der Leistungskürzung gesprochen wird, ist die Übernahme von Krankenkosten, die mit selbst verschuldeten Unfällen in Verbindung stehen. Womöglich soll die Kostenübernahme schon bald gestrichen werden.

Diese Leistung wird von Versicherungsexperten jedoch als äußerst wichtig erachtet: Auch bei selbst verschuldeten Unfällen können hohe Krankenkosten auftreten. Ein Krankenhausaufenthalt kann schnell mehrere tausend Euro kosten – folglich ist es wichtig, dass Kassenmitglieder in solchen Fällen über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen, der die Kosten übernimmt.

Experten rechnen damit, dass sich diese Entwicklung vor allem auf die Haftpflichtversicherungen auswirkt. Besonders die Kfz-Haftpflichtversicherung steht im Blickpunkt: Bei selbst verschuldeten Unfälle könnte sie eine Übernahme der eigenen Behandlungskosten sicherstellen. Allerdings würde dies die Versicherer viel Geld kosten. Deshalb ist es gut denkbar, dass die Einsparung im Gesundheitswesen letztlich nur zu einer Kostenverlagerung führt: Anstelle der Krankenversicherung werden andere Versicherungen teurer.

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