Hebammen-Haftpflicht: Es herrscht weiterhin Ungewissheit

Die meisten Leute dürfte mittlerweile mitbekommen haben, dass Deutschlands Hebammen vor einem großen Problem stehen: Der Beitrag für die berufliche Haftpflichtversicherung wird ab dem ersten Juli signifikant steigen. Schon jetzt müssen Hebammen tief in die Tasche greifen, doch ab Juli wird es richtig teuer: 3.689 Euro werden für den jährlichen Versicherungsbeitrag fällig.

Für etliche Hebammen bedeutet dies, ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 1.200 Euro ist die Arbeit nicht mehr rentabel. Ein Viertel des Einkommens geht allein für den Versicherungsschutz drauf – und der ist obligatorisch. Ohne Berufshaftpflichtversicherung darf diese Tätigkeit nicht ausgeübt werden.

Allerdings gibt es Grund zur Hoffnung: Die zahlreichen Erwähnungen in den Medien haben dazu geführt, dass die Petition für eine Anhörung vor dem Bundestag erfolgreich verlaufen ist. Schon mehr als 100.000 Personen haben die Petition gezeichnet, weshalb die Anhörung auf jeden Fall stattfinden wird. Demnach ist der Gesetzgeber dazu verpflichtet, sich der Angelegenheit anzunehmen und sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Viele Hebammen lässt dies hoffen – womöglich kann eine Lösung gefunden werden, um den Beitrag der beruflichen Haftpflichtversicherung zu senken, beispielsweise indem eine Begrenzung vorgenommen wird. Auf der anderen Seite ist der Bundestag nicht zum Handeln verpflichtet: Es geht letztendlich nur um eine Anhörung. Außerdem muss das Risiko für die Versicherer kalkulierbar bleiben: Die Beitragserhöhungen wurden nicht grundlos vorgenommen – hohe Schadensersatzforderungen lassen den Versicherern keine Wahl. Demnach herrscht weiterhin Ungewissheit vor und so manche Hebamme wird sich dazu gezwungen sehen, ihren Beruf ab Juli – vorübergehend oder auch dauerhaft – an den Nagel zu hängen.

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