Hundehaftpflicht: Verteuert abstraktes Gefährdungspotenzial die Prämie?
Erst vor wenigen Tagen erschütterte ein tödlicher Angriff von Hunden, die bisher vom Verhalten her als unauffällig galten, die Republik: Ein kleines Mädchen wurde von den vier Staffordshire-Mixbull-Terriern ihrer Tante zu Tode gebissen. Der Vorfall heizt nicht nun nicht nur die Debatte um das Verbot sogenannter Kampfhunde aufs Neue an – er rückt auch das Thema Hundehaftpflichtversicherung weiter in den Vordergrund.
In einigen Bundesländern ist die Hundehaftpflichtversicherung bereits gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch in Bundesländern ohne Verpflichtung dazu sollten Hundehalter zumindest darüber nachdenken, eine entsprechende Police abzuschließen. Immer wieder kann es zu Schäden kommen, die der beste Freund des Menschen verursacht. Und nicht immer bleibt es bei Sachschäden: Läuft ein Hund beispielsweise plötzlich auf die Straße und verursacht so einen Unfall, muss der Halter auch für Personenschäden aufkommen, so er denn über keine entsprechende Versicherung verfügt. Insbesondere Personenschäden können sehr teuer werden – es lohnt sich also durchaus, eine Hundehaftpflicht abzuschließen – auch wenn keine Pflicht dazu besteht.
Auch in Sachen Hundehaftpflicht gilt wie bei allen Versicherungen: Vor dem Abschluss sollten verschiedene Anbieter und Tarife unbedingt miteinander verglichen werden, um wirklich die bestmögliche und günstigste Absicherung zu finden. Insbesondere Halter sogenannter Kampfhunde werden dabei oftmals auf Sondertarife und Zuschläge stoßen: Viele Versicherer lehen bestimmte Hunderassen ab oder verlangen für die Haftpflichtpolice hohe Zuschläge, sobald es sich beim zu versichernden Hund um einen Kampfhund bzw. eine als potenziell gefährlich eingestufte Rasse handelt. Auch ein Wesenstest überzeugt die Versicherer nicht immer: Allein die Tatsache dass es sich um einen Kampfhund handelt reicht offenbar aus, um von einem erhöhten Gefahrenpotenzial auszugehen und demzufolge Aufschläge zuv erlangen.
Allerdings geht es auch anders: Einige Assekuranzen haben sich auf die Hundehaftpflicht spezialisiert und bestätigen, dass von Kampfhunden kein höheres Risiko als von anderen Hunderassen ausgeht.

