Berufshaftpflicht für Hebammen wird noch teurer

Im vergangenen Jahr schaffte es der Berufsstand der Hebammen sehr viel Interesse auf sich zu ziehen. Anlass war eine deutliche Erhöhung der Versicherungsbeiträge. Eine Hebamme, die ihre Tätigkeit freiberuflich ausübt, muss nämlich über den Schutz einer Berufshaftpflicht verfügen. Anders als die Kolleginnen, die fest angestellt in Krankenhäusern arbeiten, müssen die freiberuflichen Hebammen den Versicherungsbeitrag aus eigener Tasche bezahlen.

Die Anhebung des jährlichen Beitrags auf ca. 3.800 Euro sorgte im letzten Jahr für jede Menge Verägerung: Zahlreiche Hebammen waren verzweifelt, weil sie ihren Job aufgrund des hohen Beitrags nicht mehr ausüben können. Sogar innerhalb der Politik wurde die Hebammenversicherung für kurze Zeit zu einem großen Thema. Doch gehandelt wurde nicht: Die Hebammen mussten den hohen Beitrag entrichten oder sich beruflich neu orientieren.

Wie aktuellen Zeitungsberichten zu entnehmen ist, soll der Beitrag in diesem Jahr erneut steigen. Ab diesem Jahr sollen Hebammen für ihre Berufshaftpflicht einen jährlichen Beitrag von 4.200 Euro entrichten. Damit ist der Beitrag erneut sehr stark in die Höhe geklettert – in Folge könnten nun noch mehr freiberuliche Hebammen in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. Laut Medienberichten soll das jährliche Bruttoeinkommen bei gerade einmal 24.000 Euro liegen. Dass der hohe Versicherungsbeitrag bei einem solchen Einkommen schwer ins Gewicht fällt, dürfte für jedermann verständlich sein.

Wenigstens gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Bundesgesundheitsminister Bahr kündigte an, sich für die Hebammen einsetzen und mit den Krankenkassen verhandeln wollen. Diese sollten die Hebammen besser berücksichtigen. Genauere Informationen darüber, wie ein solches Engagement von Bundesgesundheitsministerium und den Krankenkassen aussehen könnte, liegen bislang jedoch nicht vor.

Demzufolge bleibt erst einmal abzuwarten was passiert. Womöglich ändert sich für die Hebammen gar nichts oder sie können ihre Leistungen geringfügig höher abrechnen. Derzeit entsteht nicht der Eindruck, als ob die Hebammen mit einer starken finanziellen Entlastung rechnen können.

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